Wann kommen die ersten Milchzähne?
Meist brechen zunächst die unteren Schneidezähne durch. Im Laufe der folgenden Monate erscheinen weitere Schneide-, Eck- und Backenzähne.
Ein vollständiges Milchgebiss besteht aus 20 Zähnen – jeweils zehn im Ober- und Unterkiefer. Im Alter von etwa zwei bis drei Jahren sind die Milchzähne bei vielen Kindern vollständig durchgebrochen.
Diese Altersangaben sind jedoch nur Richtwerte. Ein früherer oder späterer Zahndurchbruch ist nicht automatisch krankhaft.
Warum sind Milchzähne so wichtig?
Gesunde Milchzähne unterstützen das Abbeißen und Kauen und spielen eine wichtige Rolle bei der Sprachentwicklung.
Außerdem halten sie den Platz für die nachfolgenden bleibenden Zähne frei. Geht ein Milchzahn beispielsweise durch Karies deutlich zu früh verloren, können benachbarte Zähne in die entstandene Lücke wandern und den später benötigten Platz einengen.
Milchzähne sind besonders kariesanfällig
Der Zahnschmelz von Milchzähnen ist dünner und weniger stark mineralisiert als der Zahnschmelz bleibender Zähne. Dadurch kann sich eine Karies bei Milchzähnen schneller ausbreiten.
Deshalb sollte die Zahnpflege bereits mit dem ersten durchgebrochenen Zahn beginnen.
Wie entsteht Karies bei Milchzähnen?
Karies entsteht nicht durch einen einzelnen übertragbaren Erreger. Entscheidend ist das Zusammenspiel von bakteriellem Zahnbelag, häufig verfügbarer Nahrung mit vergärbaren Kohlenhydraten – insbesondere Zucker – und ausreichend Zeit.
Die Bakterien im Zahnbelag verstoffwechseln Zucker und bilden dabei Säuren. Diese Säuren können dem Zahnschmelz Mineralien entziehen. Erfolgt dies häufig und über längere Zeit, kann eine Karies entstehen.
Für die Kariesvorbeugung sind deshalb vor allem regelmäßiges Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta, eine möglichst geringe Häufigkeit zuckerhaltiger Speisen und Getränke sowie regelmäßige zahnärztliche Kontrollen wichtig.
Zähneputzen ab dem ersten Zahn
Ab dem Durchbruch des ersten Milchzahns sollten die Zähne regelmäßig mit einer altersgerechten fluoridhaltigen Kinderzahnpasta geputzt werden.
Kleine Kinder können ihre Zähne noch nicht ausreichend selbst reinigen. Deshalb sollten Eltern das Putzen übernehmen beziehungsweise gründlich nachputzen.
Vorsicht bei häufig zuckerhaltigen Getränken
Besonders ungünstig ist es, wenn zuckerhaltige oder gesüßte Getränke über längere Zeit oder immer wieder zwischendurch getrunken werden.
Auch das dauerhafte Nuckeln an einer Flasche mit zuckerhaltigem Inhalt kann das Kariesrisiko deutlich erhöhen. Wasser und ungesüßte Getränke sind deshalb für den Alltag die bessere Wahl.
Was passiert, wenn ein Milchzahn zu früh verloren geht?
Ein vorzeitiger Verlust eines Milchzahns kann – abhängig von Zahn, Alter und Gebissentwicklung – Auswirkungen auf den Platz für die bleibenden Zähne haben.
In bestimmten Situationen kann deshalb ein sogenannter Lückenhalter sinnvoll sein. Ob dies notwendig ist, wird individuell zahnärztlich oder kieferorthopädisch beurteilt.
Regelmäßige Kontrollen von Anfang an
Regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen helfen dabei, Karies und Entwicklungsauffälligkeiten frühzeitig zu erkennen.
Gleichzeitig gewöhnt sich das Kind ohne akute Beschwerden an den Zahnarztbesuch und kann schrittweise eine selbstverständliche Zahnpflege entwickeln.